Pflege und Demenz (Tag1)


Vorab eine kleine Anmerkung zum Thema Pflege und Demenz:
In der gesamten Bundesrepublik Deutschland gibt es weit über eine Million Menschen, die an Demenz leiden. Ein Krankheitsbild, dass sich im Kopf abspielt und in der Konsequenz zum geistigen Verfall und letztlich auch dazu führen kann, dass ein Mensch nicht mehr selbstständig rationell handeln kann und somit ggf. zum Pflegefall wird. Mit steigendem Alter erhöht sich auch das Risiko einer Altersdemenz.

Heute ist der Tag, an dem ich Frau Mica kennenlernen soll. Frau Mica ist 68 Jahre lebt in einem Seniorenheim in Norddeutschland und ist an Demenz erkrankt. Im Vorfeld erfahre ich, dass sich im Schwerpunkt Ihre älteste Tochter um Sie kümmert. Sie lebt allerdings in Süddeutschland und so ist es für Sie nur sehr schwer Ihre demenzkranke Mutter zu besuchen. Einen "Umzug" in eine andere nahe gelegene Pflege-Einrichtung kommt nicht in Frage, weil abzusehen wäre, dass dies extrem nachhaltige negative Auswirkungen auf Frau Micas Zustand und Ihre Demenz - Erkankung hätte.

demenz und demenzkrank
Demenz, vieles gerät in "Vergessenheit" 

Mit der Betreuuerin der Alteneinrichtung machte ich mich somit auf zu meinem ersten Besuch, der Kontaktaufnahme und des "Eisbrechens". Wir klopften an die Tür Ihres Zimmers. Frau Mica öffnete uns und bat uns im Wohnzimmer Platz zu nehmen. Noch bevor ich mich vorstellte, erzählte Sie uns von der Verganenheit. Dabei war Sie sehr aktiv in Ihrer Weise des Erzählens und auch in Ihrer Art und Weise des Handelns, man kann es schon fast als überaktiv bezeichnen. Vielleicht ein Einfluss der Demenz - Erkankung, vielleicht aber auch nur die Aufregung dieser ungewohnten Situation und Personen. Sie erzählte von einer bewegten Zeit und den vielen Personen die Ihren Weg, auch hier im Heim, begleitet haben.

Im Bezug auf das Leben in der Alteneinrichtung sprach Sie dann auch davon, dass Sie sich von den ständigen Besuchern in der Einrichtung gestört fühlt. Sie habe keine Ruhe. Auch die alltäglichen Zwänge, sowie auch die vermeindlichen Einschränkungen denen Sie in der Senioren-Einrichrung unterliegt, wirken auf Sie störend und belastend.

Nachdem Frau Mica nun über sich und Ihr Leben erzählt hatte, habe ich mich bei Ihr vorgestellt. Ich habe Ihr angeboten, dass ich Sie gerne unterstützen möchte. Ich bot Ihr an, Sie auf Wunsch zu besuchen, sie abzuholen, mit Ihr Kafee trinken zu gehen, zu reden oder auch Spaziergänge zu machen. Frau Mica freute sich sehr über dieses Angebot der Untersützung und es gab eine herzliche Verabschiedung. Wir vereinbarten, dass ich Sie am Donnerstag anrufen solle und wir einen Spaziergang unternehmen können. Nach meinem Abschied stand Sie am Fenster und winkte.

Ich freue mich darauf Frau Mica unterstützen zu können und bins schon sehr gespannt, sie als Mensch mit all seinen Nöten, Ängsten, aber auch Freuden kennenzulernen.